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Lesen Sie hier einige Meinungen zum Buch

  

Das sagtKerstin Blank-Bringmann, eine sehr moderne Adoptivmutter, vor der ich großen Respekt habe:
 
"Die Entscheidung zur Adoptionsfreigabe ihrer Tochter wurde ihr „zu ihrem Wohl und dem des Kindes“ von der Familie abgenommen…

Wenn man als Kind nie ermutigt wird, selbständig zu sein, die Eltern jede Freiheit strafend unterdrücken, dann reicht die eigene Kraft nicht aus sich mit 17 Jahren gegen eine solche Entscheidung aufzulehnen. Nach einem darauf folgenden sehr langen Weg von weiteren Abhängigkeiten und Fehlentscheidungen gelingt es der Autorin nach vielen Jahren, endlich wirklich auf eigenen Beinen zu stehen und ihren weiteren Lebensweg eigenständig in die Hand zu nehmen. Diese Briefe zeigen eindrücklich, wie schwer es für einen Menschen ist, dem Einfluss der eigenen Familie zu entfliehen und sich auch als Erwachsener wirklich frei zu machen von Abhängigkeiten, zu denen man sich emotional verpflichtet fühlt.

Nachdem die Schreiberin der Briefe dies geschafft hat, hat sie den Mut, sich ihrer Tochter zuzuwenden. Diese ist inzwischen erwachsen und zeigt wenig Interesse an einem engen Kontakt. Die große Kluft zwischen dem Kind, das nichts vermisst und der leiblichen Mutter, die alles vermisst hat, wird deutlich. Für eine Frau, die ihr Kind nicht freiwillig abgegeben hat, ist dies sehr schwer zu ertragen. Sie möchte Ihrem Kind, denn das ist es für sie immer noch, alles geben, was sie kann – und das sind die Briefe, die ihre Lebensgeschichte und damit die Wurzeln für Lisa enthalten. Die beschriebene Adoption liegt inzwischen 39 Jahre zurück und natürlich könnte man sagen, dass so etwas heute nicht mehr passiert … vielleicht nicht unbedingt in Deutschland …?

Dieses Buch hilft Adoptiveltern, sich in die Situation und die Gefühle abgebender Mütter einzufühlen und vielleicht ein wenig mehr nachzuvollziehen, dass Mütter Ihr Kind aus der Hand, aber selten ganz aus dem Herzen geben. (Kerstin Blank-Bringmann, 2010)

       

Anmerkung der Autorin zu dieser Rezi:
Danke für diese Buchbesprechung, die so viel Verständnis für uns Herkunftseltern zum Ausdruck bringt! Wie wertvoll für alle Beteilgten des Adoptionsdreiecks wäre es, wenn überall ein solcher Dialog zwischen den Parteien stattfinden würde! Jeder Herkunftsmutter, jedem Herkunftsvater die/der das Schicksal einer Inkognitoadoption erleben/erleiden muss, wird es sicher warm ums Herz, wenn sie oder er die wunderschönen Erinnerungsbücher sieht, die Frau Blank-Bringmann für Adoptivkinder geschaffen hat. Gleichzeitig kommt dann aber auch Wehmut auf, denn auch für uns Herkunftseltern wäre so ein Erinnerungsbuch von unschätzbarem Wert, aber wer kann so etwas Wertvolles wohl sein Eigen nennen?
 


Das sagt Irmela Wiemann, eine der bekanntesten deutschen Adoptionsexpertinnen:
 
"Dieses Buch geht unter die Haut und schildert die lebenslange Not, in die Herkunftsmütter eines zur Adoption freigegebenen Kindes hineingeraten können. Für andere Mütter, die sich von ihrem Kind trennen mussten, eine wichtige Lektüre. Für Adoptierte mag es zwar ein Trost sein, dass die Autorin vor vielen Jahren ihr Kind unfreiwillig zur Adoption fort gegeben hat. Allerdings wird es für viele Adoptierte nur schwer zu ertragen sein, wenn ihre Mütter wegen ihnen lebenslang gelitten haben. Sie könnten sich durch diese Lektüre verantwortlich oder sogar schuldig fühlen für einen Sachverhalt, für den sie am  allerwenigsten können!"
    
Anmerkung der Autorin zu dieser Rezi:
Es macht mich sehr, sehr traurig, dass eventuell der Eindruck entsteht, Adoptivkinder könnten sich durch den Buchinhalt »schuldig« fühlen. Das ist völlig abseits dessen, was ich mit dem Buch bezwecken wollte, denn gerade diese Kinder sind ja die Hauptgeschädigten, da sie in der Regel keinen Einfluß auf ihre Adoption hatten! MIt dem Buch wollte ich vorrangig darauf hinweisen, dass nicht alle Adoptionsfreigaben »freiwillig« erfolgen. Bis heute kommt es immer wieder vor, dass die Notlage der betroffenen Mutter gnadenlos ausgenutzt wird, damit andere ihre eigenen Interessen durchsetzen können und das, obwohl es heute sogar ganz gute Hilfe für verzweifelte Schwangere gibt. Trotzdem sind manche Mütter psychisch nicht in der Lage das Richtige zu tun. Manche sind so gestört, dass sie ihre (heimlich) Neugeborenen sogar töten oder verwahrlosen lassen. Woran mag das wohl liegen? Das sollten wir alle uns täglich fragen!    
 
Das sagt eine Adoptivmutter (U. Seiz) bei Amazon:
"Ich bin eine Adoptivmutter. Mein Adoptivsohn ist heute erwachsen. Seine Mutter war ebenfalls minderjährig. In dem Buch der Herkunftsmutter wird ein bisschen sehr auf die Tränendrüse gedrückt. Nun gut, sie war 18 und von ihrer Mutter unterdrückt ... wenn man neun Monate lang sein Kind unter dem Herzen trägt, kämpft man mehr. Wer sich seinem Schicksal so willenlos hingibt, wäre vielleicht auch keine gute Mutter gewesen und Lisa ist bei ihren Adoptiveltern bestimmt gut aufgehoben gewesen. Mein Sohn hat übrigens nie nach seinen "Wurzeln" gefragt.
Er ist ein glücklicher Mensch geworden - auch ohne seine Herkunftsmutter.
Für den Mut, an die Öffentlichkeit zu gehen und den Schreibstil dann doch 3 Sterne für dieses Buch."
 
Anmerkung der Autorin zu dieser Rezi:
Als Mitglied der »anderen Seite« kann ich diese Meinung natürlich nicht teilen, denn jemand, der womöglich wegen jahrelanger Kinderlosigkeit ein fremdes Kind annehmen muss oder will, der kann es naturgemäß überhaupt nicht verstehen, dass ein anderer so etwas »Wertvolles« freiwillig weg gibt! 
Eine provokante Frage an alle Adoptiveltern: Könnt Ihr auf die Bibel schwören, dass die Eltern Eurer Kinder, woher auf diesem Globus sie auch immer kommen, wirklich freiwillig auf ihre Kinder verzichtet haben? Seid Ihr Euch sicher, dass es für ihre Kinder keine andere Lösung als Adoption gegeben hatte? 
             
              
Das sagt ein Leser (Molle und Korn "-gerschi-") bei Amazon, der bisher keine Berührung mit Adoption hatte:
"Wer - wie ich - von der Thematik nicht direkt betroffen ist, sondern das Buch aus purem Interesse gelesen hat, ist entsetzt und schockiert, was im Namen der so genannten "Vernunft" in diesem Lande möglich war (und vielleicht sogar immer noch möglich ist?).
Wer - ob als Kind oder als Mutter - von diesem Thema betroffen ist (und aus Angst, Scham oder Unsicherheit bislang darüber geschwiegen hat), muss froh sein, dass sich endlich jemand dieses sehr persönlichen und hochemotionalen Themas angenommen hat.
Cornelia Oehlert beschreibt (stellvertretend für eine große Anzahl von Müttern, die ihr Kind aus aufgezwungenen Vernunftsgründen zur Adoption freigeben mussten) schonungslos offen und erschreckend realistisch, wie "fürsorgliche" Angehörige aus purem Egoismus das Band zwischen einer jungen Mutter und ihrem Kind gewaltsam zerreißen. Die Autorin hätte jedes Recht, moralische Anklage zu erheben, was zwischen den Zeilen auch deutlich wird. Trotzdem ist das Ziel dieses Buches ein Anderes: Verständnis zu wecken für die "Geschichte dahinter". Nicht nur die Kinder haben ein Recht darauf zu erfahren, dass sie nicht aus mangelnder Mutterliebe, sondern gegen den Mutterwillen zur Adoption freigegeben wurden - auch die Mütter haben das Recht, von der Gesellschaft, die sie leichtfertig als "Rabenmütter" abkanzelt, als "Opfer" anerkannt zu werden.
"Wurzeln für Lisa" ist ein Adoptionsbuch der besonderen Art. Hier geht es nicht darum, wie sich Adoptiveltern und -kinder ins Benehmen bringen - hier geht es darum, aus welchen Gründen Kinder zur Adoption freigegeben wurden bzw. werden mussten. Dieses Buch ist ein bewegendes Plädoyer für Toleranz - und als solches eine Pflichtlektüre.
   
Das sagt eine leidenschaftliche Gegnerin von Inkognitoadoptionen (Brigitte) bei Amazon:
"Die (Inlands-)Adoptivkindergewinnung findet i.d.R. von unten (arm) nach oben (reich) oder innerhalb des konservativen, häufig stark christlich geprägten, bürgerlichen Milieus statt. Cornelia Oehlert gehört zur zweiten Kategorie. Eine junge Frau wird zur Schande der ganzen Familie schwanger! Die Katastrophe nimmt ihren Verlauf. Die junge Frau, noch abhängig vom Wohlwollen und der Unterstützung ihrer Familie, hat mit ihrer Schwangerschaft ein Verbrechen gegen Anstand, Sitte und Moral begangen. Es gibt aber einen Ausweg, damit niemand etwas von diesem Verbrechen erfährt - die Inkognito-Adoption! Ab sofort wird die junge Frau nur noch als Objekt behandelt, über dessen Kopf hinweg das weitere Leben von Mutter und Kind bestimmt wird. Tatkräftig unterstützt werden die Großeltern" hierbei von den Adoptionsvermittlern, die stapelweise die Adoptionsanträge der unfruchtbaren Paare auf ihren Schreibtischen zu liegen haben. Die junge Frau hat jetzt nur noch eine Aufgabe zu erfüllen, das Kind zu gebären und den Vertrag zu unterschreiben. Danach hat sie zu schweigen und alle werden so tun, als ob Schwangerschaft und Geburt nie stattgefunden haben. Das Kind wird mit Hilfe einer gefälschten Geburtsurkunde in die neue Familie hineingeboren - so sieht es das Adoptionsrecht vor. Was das Adoptionsrecht nicht erfasst, sind die Gefühle - die Sehnsucht - die Trauer - die Beschämung - die Verzweiflung - die Ohnmacht. Damit hat die ehemalige Mutter alleine zurecht zu kommen, schließlich ist sie es ja selbst schuld, dass alles so gekommen ist. Außerdem soll sie sich nicht so anstellen, ein Kind mehr oder weniger ist doch nicht so schlimm, sie ist ja noch jung und kann später noch viele Kinder bekommen. Einfach alles vergessen und neu anfangen. Reden sollte sie besser nicht darüber, sonst kann sie sich auf einen Spießrutenlauf gefasst machen - weil - eine echte Mutter würde ihr Kind selbstverständlich nie weggeben. Eher würde eine echte Mutter mit ihrem Kind in den Wald fliehen und dort von Wurzeln und Beeren leben, als sich von ihrem Kinde trennen. Also kann Cornelia gar keine echte Mutter gewesen sein.
Das Rabenmutterimage kommt so ganz nebenbei den Adoptiveltern zugute, die sich auf das Podest der Retter eines armen verlassenen ungeliebten Kindes stellen können. Die Adoptionsvermittler waschen ihre Hände in Unschuld - sie sind nur die Makler und haben eigentlich mit nichts was zu tun. Schließlich hat die Mutter ja freiwillig unterschrieben! Darauf legen die Damen und Herren Adoptionsvermittler großen Wert und natürlich auch die Adoptiveltern. Egal, ob die Mutter 16 oder 36 ist - Unterschrift ist Unterschrift! Der Kreis schließt sich, wenn das Kind" als Erwachsener auf die leibliche Mutter trifft. Erzogen in einer konservativen bürgerlichen Familie hat es alle Werte dieser Gesellschaftsschicht verinnerlicht und für die leibliche Mutter beginnt der nächste Akt im Adoptionsdrama. Cornelia Oehlert benennt dieses Drama, sie beschönigt und verschweigt nichts, sondern schildert einen ganz normalen" Adoptionsverlauf anhand ihrer Geschichte, wie er sich für die leiblichen Mütter von adoptierten Kindern tausendfach wiederholt - unterschieden lediglich durch einige biographische Abweichungen, die aber nichts an den Tatsachen ändern: Verlust des Kindes - Ächtung durch die Gesellschaft - evtl. Reunion mit dem erwachsenen Kind und erneuter Verlust durch Retraumatisierungen oder unvereinbarer Lebensphilosophien. Das Adoptionssystem dient selbstverständlich nur dem Wohle des Kindes" und nicht dem Wohle unfruchtbarer Paare der gehobenen Gesellschaft", dem die junge Frau als Gebärmutter zur Verfügung stehen musste."
  
Das sagt Walter-Joerg Langbein "Langbein: 2012/Endzeit... bei Amazon:
           
Verdammte Unmenschlichkeit. Dieses Buch lässt schaudern: Unglaublich, was für eine Unmenschlichkeit ganz im Rahmen von Gesetzen möglich war. Wie grausam konnte die vollkommen "korrekte" Umsetzung von Paragraphen Wunden schlagen... und das "zum Wohle" der Kinder.
Dieses Buch ist mehr als ein Werk über die herzlose Adoption,die doch ganz und gar den Paragraphen wohl durchdachter Odnungsregeln entsprach, es ist mehr als eine Beschreibung von Lisa und ihren fehlenden Wurzeln: Es regt zum Nachdenken darüber an, was zum Menschsein gehört....
Walter-Jörg Langbein
             
 

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